
Unterstützung für Gehörlose: Das Projekt Zauberwürfel wurde am Montag vorgestellt
Am Montag haben Johannes Kahrs und die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer, das Projekt “Zauberwürfel” vorgestellt. Kahrs, SPD-Bundestagsabgeordneter für Hamburg-Mitte, unterstützt das Projekt, das Gehörlosen im Alltag weiterhilft.
Noch immer haben gehörlose Menschen im alltäglichen Leben mit zahlreichen Problemen und Einschränkungen zu kämpfen. „Für den, der hören kann, ist es nur schwer vorstellbar, was es heißt, sich ohne Gehör durch eine Welt von Hörenden zu bewegen“, sagte Karin Evers-Meyer am Montag im Kurt-Schumacher-Haus bei der Vorstellung des Projektes Zauberwürfel. Die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung hat die Schirmherrschaft übernommen. Ein spontaner Alltag, Arzt- oder Behördenbesuche seien ohne genaue Planung und gezieltem Einsatz von Gehörlosendolmetschern oft unüberwindbare Grenzen, so Evers-Meyer.
Dort will das Zauberwürfel-Team ansetzen. Ziel ist es, den Gehörlosen unter dem Motto „Kommunikation – sichtbar“ eine bessere gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. „Wenn ein Gehörloser eine gute Stellenanzeige entdeckt , ist für ihn der Weg einer Bewerbung manchmal dann schon vorbei, da er niemanden findet, der für ihn bei der Arbeitsstelle anruft, um etwa einen Vorstellungstermin zu vereinbaren“, erklärte Christian Peters von der Zauberwürfel-Geschäftsführung die alltäglichen Probleme von Gehörlosen. Auch beim Arzt, bei Ämterbesuchen oder einfach nur beim Friseur: Ohne entsprechende Dolmetscher ist die Selbstständigkeit erheblich eingeengt. Und das stellt für Menschen mit Hörschädigung eine erhebliche Belastung dar. Das Team von sechs Leuten will schnell und unbürokratisch (Telefon-)Dolmetscher zur Verfügung stellen, bietet eine 24-Stunden Notrufbereitschaft, ein Café als Treffpunkt für verschiedene Sprachkulturen oder eine Disco mit Schwingboden, damit Gehörlose Musik spüren können. Mit einem Multimediaverlag soll die Schulbildung mit visuellen Unterrichtsmaterialien unterstützt werden.
Der Bundestagsabgeordnete aus Hamburg-Mitte, Johannes Kahrs, unterstützt das Projekt und erklärt: „Die rot-grüne Bundesregierung hat im Jahr 2002 versucht, die Situation für Gehörlose zu verbessern und das Recht auf aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu stärken. An dem Zauberwürfel lässt sich der praktische Erfolg unserer Bemühungen erkennen.“
Unter Rot-grün wurde mit dem SGB IX und dem BGG die Gebärdensprache gesetzlich anerkannt und Menschen mit Hörbehinderung ein Anspruch darauf verschafft, sich in ihrer Sprache etwa mit Ämtern und Behörden zu verständigen. Der Zauberwürfel soll ganz Hamburg und dem Umland zur Verfügung stehen und schließt damit Lücken, die es trotz der gesetzlichen Grundlage nach wie vor gibt. Es fehlt oft an Akzeptanz, an vielen Stellen mangelt es noch an Gebärdensprachdolmetschern.
„Das ist ein Problem und da macht der Zauberwürfel ein konkretes Angebot. Wir werden dafür Sorge tragen, dass gehörlose Menschen ihre Ansprüche auf Teilhabe und Selbstbestimmung durchsetzen können“, sagte Karin Evers-Meyer.
Das Projekt ist deutschlandweit einmalig und soll bei Erfolg als Modell für andere Städte dienen, so Peters, der sich am Ende bei allen Beteiligten und Unterstützern für ihre Hilfe bedankte.




Was sollen denn hier diese negativen Kommentare zum BGN? Ich dachte dieses Forum wird moderiert?
Soweit ich weiß, ist der BGN doch der ehrenamtlich betriebene Berufsverband der Gebärdensprachdolmetscher, also genau der Leute, die seit Jahren für die Interessen der Gehörlosen arbeiten und auf die ja auch gerade der Zauberwürfel unbedingt angewiesen wäre? Was soll denn da diese Frontenbildung? Die Unterstützung von Gehörlosen ist doch kein Wettbewerb, in dem man ausgerechnet gegen die Dolmetscher gewinnen müsste. Das wäre ja, als ob man ein Krankenhaus aufbauen will, indem man die Ärzte beschimpft und abschafft…
Die Freiberuflichkeit der Dolmetscher hatte Ihren Sinn für die Gehörlosen darin, dass den Gehörlosen garantiert ist, unter neutralen Dolmetschern selbstbestimmt auswählen zu können. Da der Zauberwürfel Ihnen sogar mehr Geld anbietet als Sie bisher verdienen, muss es dann ja wohl andere gute Gründe geben, dass Sie dort nicht arbeiten wollen. Hat schon mal jemand daran gedacht, dass es den Dolmetschern vielleicht darum geht, dass den Gehörlosen Ihre Selbstbestimmung nicht wieder genommen wird, wenn es nur noch eine Firma gibt?
Also bitte nochmal nachdenken, ob die Dolmetscher das verdient haben, zum Wohle einer neuen Firma als Feindbild aufgebaut zu werden.
Bei Zauberwürfeln-Teams ist dicke lobt und hut ab! Wie hatte sie mit Karin Evers-Meyer und den SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs für Hamburg-Mitte in verbindung geschafft. Toll!
Der BGN e.V. sind vergessen !
Viele Glückwünsche an Zauberwürfeln-Teams in Zukunft erfolgreich.
Ein super Projekt! Es möge länger als die anderen glauben leben!
Nur das Wort “Gehörlosenzentrum” und die Überreaktion der BGN e.V. müssen wir überdenken!
Man kann der Behindertenbeauftragten der Bundesregierung, Karin Evers-Meyer und den SPD-Bundestagsabgeordneten Johannes Kahrs für Hamburg-Mitte nur für dessen Einsatz danken