Die gebrochenen Wahlversprechen von Schwarz-Gelb

Veröffentlicht am 22. Juli 2010
Die gebrochenen Wahlversprechen von Schwarz-Gelb

Schwarz-Gelb bricht alle Negativrekorde

Neun Monate ist Schwarz-Gelb an der Macht – neun Monate eines politischen Debakels ohne Beispiel in der Geschichte der Bundesrepublik. Nach der Sommerpause wird Deutschland ein Jahr lang nicht regiert. Schwarz-Gelb bricht alle Negativrekorde: Mit 270 Tagen die längsten je geführten Koalitionsverhandlungen, die noch immer ohne Ergebnis sind. Führungslosigkeit, Chaos und Streit ohne Ende. Ministerrücktritt in Rekordzeit. Eine Rekordzahl von Kommissionen, in denen fehlende politische Entscheidungen auf die lange Bank geschoben werden.

Das Kabinett eine Nichtregierungsorganisation von Show- und Ankündigungsministern, Ausweichkünstlern und Totalausfällen. Die faulste Regierung aller Zeiten, die erkennbar Probleme hat, ihre Plenarzeit sinnvoll zu füllen, denn noch nie gab es weniger ernsthafte Gesetzesinitiativen. Eine Kanzlerin, die sich als schwäbische Hausfrau anpries und jetzt den Titel der Schuldenkönigin von Helmut Kohl übernommen hat, denn noch nie hatte die Bundesrepublik eine höhere Neuverschuldung. Vor allem aber: Schwarz-Gelb ist die Koalition des politischen Betrugs, denn noch niemals wurden Wahlversprechen so dreist in Serie gebrochen. Weiterlesen »

Lesetipp SZ: Auf die Linke kommt’s nicht an

Veröffentlicht am 23. Juni 2010

Warum eine rot-grüne Minderheitsregierung in Düsseldorf Chancen hat, die gesamte Wahlperiode zu überstehen

Von Erhard Eppler

Kaum ein Vorgang hat der Sozialdemokratie so gründlich geschadet wie die Versuche, eine rot-rot-grüne Regierung in Hessen zu bilden. Sie widersprachen der Aussage vor der Wahl, nicht mit der Partei der Linken zusammenzuarbeiten. Das war gravierend, zumal es nie gelang, klarzumachen, dass nach dem hessischen Wahlergebnis nur zwischen Optionen zu wählen war, die als Bruch von Wahlversprechen gewertet werden konnten: Sollte man doch mit den Linken koalieren, oder sollte man eine große Koalition eingehen unter dem Ministerpräsidenten Koch, dessen Abwahl man sich zum Ziel gesetzt hatte?
Weiterlesen »

Verteidigungspolitik: Verantwortungslos und kurzsichtig

Verantwortungslos und kurzsichtig: Zwei wichtige Entscheidungen haben die verteidigungspolitische Debatte in den letzten Wochen geprägt. Die Verlängerung des ISAF-Mandats mit einem großen gemeinsamen Konsens über Fraktionsgrenzen hinweg und die Verabschiedung des neuen Haushalts für 2010. Beide Entscheidungen haben die Politiker der schwarz-gelben Regierung in einen direkten Gegensatz gebracht.

Der folgende Artikel erschien beim „Bundeswehr – Magazin des Deutschen Bundeswehrverbandes“, Ausgabe 4/2010

Verantwortungslos und kurzsichtig Beobachtungen eines SPD-Haushälters und OTL d.R. zur derzeitigen Politik
Weiterlesen »

Interview mit Guttempler-Dialog

Veröffentlicht am 19. April 2010

Zum Herrunterladen des PDF bitte auf das Bild klicken

Johannes Kahrs im Interview mit den Guttemplern über die eigene Enthaltsamkeit und das Problem des Alkoholmissbrauchs. Das komplette Interview gibt es als PDF (bitte auf den Screenshot klicken) oder aber auch nach einem weiteren Klick: Weiterlesen »

Lesetipp DIE ZEIT: Zimmerservice

Veröffentlicht am 21. Januar 2010
guidoDieses Hotel steht verdammt nah am Abhang. Nein, nicht genau dieses, das hier schnarcht in Mailand und macht einen viel weniger freundlichen Eindruck als unser Außenminister. Sondern das “Hotel Guido”, in dem die Koalition seit ein paar Monaten Wohnung genommen hat und das zu unser aller Überraschung, wie wir jetzt wissen, ein Mövenpick-Hotel ist. Der Abhang, an dem es steht, ist mit den Jahren von Schweizer Geld bereits unterspült worden. Durch deutsche Zorneswallung wird er von Tag zu Tag schütterer. In der Bundesrepublik scheint es keine politische Korruption mehr zu geben. Karlheinz Schreiber, der Letzte, der mit ordinärer Habgier rechnete, steht gerade vor Gericht und erzählt von Zeiten, als das Schmieren noch geholfen hat.

Weiterlesen »

Lesetipp Tagesspiegel: Falschspiel im Amt

Veröffentlicht am 12. Januar 2010

Der Vizekanzler verspricht Steuersenkungen, verweigert aber Angaben über die dafür nötigen Ausgabenkürzungen. Der Finanzminister kündigt an, die Verschuldung zurückzufahren, sagt aber nicht, wem er das Geld wegnehmen will. Ihre christsozialen Partner aus München behaupten, Sparen sei gar nicht nötig. Und über dem Spektakel thront eine entrückte Kanzlerin, die zu den Niederungen der maroden Staatsfinanzen lieber gar nichts mehr sagt.

So erweisen sich die Akteure der christliberalen Regierungskoalition inzwischen in einem Maße als unseriös, das selbst die gelernten Zyniker beim Bundesrechnungshof erschüttert.

Das begann bereits mit dem kürzlich beschlossenen acht Milliarden Euro schweren Steuerentlastungsprogramm. Da verliehen die Realitätsverweigerer im Amt einer Lüge Gesetzeskraft, indem sie die Steuernachlässe für ihre Klientel zur „Wachstumsbeschleunigung“ verklärten. Tatsächlich werden die erlassenen Steuermilliarden vor allem Hotelbesitzern, reichen Erben und Kapitalbesitzern zugutekommen, also nur solchen Leuten, die auch bei steigenden Nettoeinkommen ihren Konsum kaum noch steigern werden. Selbst der höhere Kinderfreibetrag nutzt überwiegend den Besserverdienenden, während arme Familien leer ausgehen. Und die Behauptung, die nun schon fünfte Senkung der Unternehmens- und Gewinnsteuern binnen eines Jahrzehnts werde zu höheren Investitionen führen, wird auch durch Wiederholung nicht wahrer. In Wahrheit gibt es keinerlei empirischen Beleg, dass Steuersenkungen jemals die wirtschaftliche Leistung erhöht hätten. Nachweisbar ist allerdings, dass die Ausdünnung der Staatseinnahmen zum Abbau der staatlichen Investitionen führt. Nicht zuletzt deshalb ist Deutschland bei den Bildungsausgaben im Vergleich der Wohlstandsländer der OECD inzwischen auf den drittletzten Platz abgerutscht.

Gleichzeitig erreicht die Verschuldung beängstigende Dimensionen. Allein mit den Zinsausgaben des Bundes könnten die Ausgaben für alle deutschen Universitäten mal eben verdreifacht werden. In dieser Lage weitere Steuersenkungen zu versprechen, ist schlicht verantwortungslos. Insofern tut Finanzminister Schäuble gut daran, dieses Ansinnen zurückzuweisen. Aber auch er spielt falsch, indem er jede Angabe verweigert, wie er ab nächstem Jahr die nun sogar per Grundgesetz vorgeschriebene Minderung des Defizits erreichen will. Sein Hinweis, dafür sei die Steuerschätzung im Mai abzuwarten, ist ebenso fahrlässig wie durchsichtig. Das Manöver soll lediglich den anstehenden Großkonflikt um die Haushaltssanierung auf die Zeit nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen verschieben.

Dabei ist aber längst klar, dass die Kanzlerin und ihr Finanzminister ihren staatszersetzenden Koalitionspartnern eine grundlegende Korrektur des Koalitionsvertrages werden abringen müssen. Das darin gegebene Versprechen, auch in der Krise die Steuern nicht zu erhöhen, ist nur haltbar, wenn die Zuschüsse zu den Sozial- und Krankenkassen in zweistelliger Milliardenhöhe gekürzt würden. Damit müssten aber gleichzeitig die Sozialbeiträge so drastisch steigen, dass die Regierung die ganze Republik gegen sich aufbringen würde. Nicht zufällig dringen daher sogar Unionspolitiker auf eine Finanztransaktionssteuer, wie sie die Globalisierungskritiker schon seit Jahren fordern. Würden dazu noch die Steuern auf Vermögen, Erbschaften und Grundbesitz nur auf das durchschnittliche Niveau der OECD-Staaten angehoben, kämen gut 30 Milliarden Euro mehr in die Staatskasse, und das ohne die Kaufkraft wesentlich zu mindern.

Wem das zu radikal erscheint, der sollte die Alternativen bedenken. Je größer das Zinsloch in den Staatsfinanzen wird, umso deutlicher klaffen Steuerlasten und die dafür erbrachten staatlichen Leistungen auseinander. Noch stehen die meisten Bürger zu diesem Staat. Aber wenn es nicht gelingt, die Zinslast wieder zu verringern, dann wird diese breite Zustimmung früher oder später in dieser Kluft verschwinden – und mit ihr die politische Stabilität des ganzen Landes.

Artikel von Tagesspiegel.de - Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 12.01.2010)