Ich kann Kanzler!

Veröffentlicht am 27. Januar 2010

Bürgerschaft 038Unser 14-jähriger Praktikant Nicholas hatte die Aufgabe eine Kanzlerkandidatenrede zu schreiben. Wir fanden das Ergebnis so interessant, dass wir es Ihnen nicht vorenthalten möchten. Und würden Sie Nicholas wählen?

Liebe Wählerinnen und Wähler, Weiterlesen »

Absolut fleckenfrei, versteht sich!

Veröffentlicht am 23. Januar 2010
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Gewehrt hat er sich bis zum Schluss – doch letztlich konnte sich der verblichene und zerschlissene Altteppich dem Sachzwang der optischen Büroaufwertung, erbarmungslos durchgeführt mit scharfen Teppichmessern und kräftigen Händen, nicht wirkungsvoll widersetzen. Jetzt erinnert nichts mehr daran, dass dem Büro sein langes Bestehen einst bereits durch einen kurzen Blick auf den Fußboden angemerkt werden konnte und jedem eifrigen Spurenleser die alltäglichen Pfade der Belegschaft offenkundig wurden.

Der Neue markierte sein neues Revier sogleich mit der typischen Duftnote jungfräulichen Teppichbodens, wie sie der leidgeplagte Hobbyheimwerker aus den einschlägigen Abteilungen eines jeden Baumarkts kennt und stets mit einem empfindlichen Loch in der eigenen Geldbörse zu assoziieren vermag.

Natürlich hat ihn die Chefin erst einmal standesgemäß mit einem Kaffeeklecks begrüßt… nein, hat sie natürlich nicht, aber sollte in den nächsten Tagen und Wochen irgendjemanden geben, der selbiges tatsächlich wagt, gibt es Tote. Absolut fleckenfrei, versteht sich! Schließlich soll dem neuen Bürofundament ja das düstere Schicksal seines Vorgängers erspart blieben.

Abtritt eines Veteranen

Veröffentlicht am 15. Januar 2010

IMG_2227-kleinEr hat viel gesehen. Er hat viel gespürt. Er hat viel ertragen. Jetzt muss er gehen – endgültig.
Nein, die Rede ist nicht etwa von einem überarbeiteten Dauerpraktikanten, sondern von der treuesten, langjährigsten, stoischsten und vermutlich am häufigsten übersehenen Komponente im Büro, und das, obwohl er neben dem größten Volumen (zusammengerollt) und dem am stärksten in die Wage fallenden Gewicht aller Gegenstände unseres Arbeitsalltags, zudem eine fast zwingende Omnipräsenz aufweisen kann: der Teppich.
Gänzlich unbemerkt verlief die kärgliche Existenz des fusseligen Genossen, war er doch dafür bestimmt, ohne ein Wort des Protests brachiales Schuhwerk in ausgewachsener Kompaniestärke auf sich herum trampeln zu lassen oder als Auffangbecken für missglückte Kleisterexperimente, hastige Kaffeeevakuierungen oder flüssiges Juso-Partyzubehör zu fungieren. All jene zahlreichen Schichten, die er als unfreiwilliger Archivar vergangenen Malheurs auf seinem Leidensweg erwarb, erzählen von der Geschichte des Büros und seiner Teilzeitbewohner wie die Jahresringe eines alten Baumes (ohne dabei jedoch – wie manch taktvoller Historiker – die schmutzigen Details mit dem Mantel des Vergessens zu überdecken).
Erst der mit geradezu fanatischer Entschlossenheit durchexerzierte Modernisierungs- und Verbesserungsdrang der Büroleitung ließ Hoffnung aufkeimen – nachdem Wände bereits in frisches, gar strahlendes weiß gehüllt worden waren, schien der Moment nahe, in dem sich auch des bemitleidenswerten Zustandes der Bürounterseite erbarmt werden sollte. Die Schwierigkeiten bei der Identifizierung der ursprünglichen Teppichfarbe dürften einen diesbezüglichen Entschluss in gebotener Eile sehr begünstigt haben.
Nun ist es also soweit und der letzte Auftritt des Alltagshelden gestaltet sich in Form eines kleinen Dramas, dessen hilf- und wehrloser Protagonist von rauen Händen lieblos aus dem Boden gerissen wird und in handlichen Portionen seiner baldigen Endverwertung harrt – der mit jungfräulicher Sauberkeit glänzende Nachfolger nimmt schnörkellos seinen Platz ein. Seiner historischen Verpflichtung ist er sich noch nicht bewusst.
Wir werden ihn vermissen, den alten Teppich. Ab jetzt müssen wir nämlich unsere Füße abtreten – oder die Kunst schnell, aber angemessen zerknirscht vorgetragener Entschuldigungen im Angesicht einer erbosten Chefin perfektionieren.

Mein Praktikum bei Johannes Kahrs

Veröffentlicht am 14. Januar 2010
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Seit knapp einem Jahr bin ich Mitglied der SPD und der Jusos. Daher hatte ich mich für ein Schülerpraktikum in den ersten beiden Januarwochen 2010 im Wahlkreisbüro von Johannes Kahrs beworben. Als ich dann am 04.01. zu meinem ersten Tag im Wahlkreisbüro aufbrach, war ich sehr gespannt darauf, was mich erwarten würde, da ich mir bis dahin nicht wirklich vorstellen konnte, welche Arbeiten ein Wahlkreisbüro erledigt.

Sofort wurde ich von den Mitarbeitern aufgenommen und in ihre Arbeit mit eingebunden. Alle waren sehr offen und freundlich, so dass ich mich von Anfang an sehr Wohl gefühlt habe. Meine Aufgabenfelder waren weit gestreut, so habe ich einige Briefe geschrieben, viel Recherche betrieben und Pressemitteilungen verfasst. Ein anderer Schwerpunkt während meines Praktikums lag bei der inhaltlichen Erarbeitung einiger politischen Themen, das Schreiben eines Positionspapiers zum Thema “Rente mit 67″ fand ich sehr interessant und hat mir viel Spaß gemacht. Auch die Arbeit mit den Bürgerinnen und Bürgern konnte ich bei einigen Veranstaltungen mit Johannes Kahrs live erleben, z.B. bei einem Bundespolitischen Frühschoppen.

Zu meiner Freude wurde auf typische Praktikantenbeschäftigungen wie etwa Kopieren oder Kaffee kochen vollständig verzichtet. Das Praktikum hat mir wirklich sehr gefallen, denn nun habe ich einen kleinen Eindruck davon, wie ein Bundestagsabgeordneter und sein Wahlkreisbüro arbeiten.

Ich kann nur jedem empfehlen hier auch einmal reinzuschnuppern.

Von Lukas Rosenkranz, Schüler des Gymnasium Oberalster

Weihnachtspost

Veröffentlicht am 28. Dezember 2009

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Schnee aus Zuckerguss

Veröffentlicht am 18. Dezember 2009
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Wochenlang hat uns unsere Chefin Anita mit dem Abspielen von Weihnachtsmusik und der Verbreitung vorweihnachtlicher Festtagsstimmung beglückt, nun ist mit der Aufstellung eines selbstgebauten Lebkuchenhauses der vorläufige und wohl auch endgültige Höhepunkt erreicht. Ländliches Idyll in süßer Miniaturform, dazu Klang und Gesang wie aus einer anderen Welt – das Büro Kahrs als kleines Utopia inmitten von Weihnachtsstress und politischem Theater, wie es derzeit von Berlin bis Kopenhagen geboten wird. Allein die Anspielung auf das Märchen von Hänsel und Gretel mitsamt der garstigen, Kinder verspeisenden Hexe – dargestellt mit Hilfe dreier fast zu freundlich wirkender Figürchen vor dem Haus – erscheint als subtiler, fast selbstironischer Wink mit dem Zaunpfahl.

Lebkuchenhaus_nah

Während man in Hamburg bis gestern noch vergeblich auf das kühle, stimmungsvoll gen Erde rieselnde Pendant des süßen Zuckergussschnees auf unserem Lebkuchenhaus wartete, bereitet sich nun auch das dem Weihnachtstaumel anheim gefallene Büro Kahrs auf seine, die Feiertage überbrückende Pause bis zum 4. Januar vor. Ein langes, ein mit vielen Erinnerungen behaftetes Jahr neigt sich dem Ende zu – und nicht nur in den ehernen Hallen der Industrie und des Gewerbes wird Bilanz gezogen. Während da draußen ökonomisches Minuswachstum, Klimasorgen und der King of Pop die sensationslüsternen Jahreschroniken öffentlicher und privater Massenkommunikationsmittel dominieren, sind es für uns vor allem zwei harte Wahlkämpfe, die in Erinnerung bleiben werden.

Lebkuchenhaus

Fast scheint es unmöglich, sich an rasch dunkel werdenden Abenden beim Geschmack frischer Weihnachtsplätzchen an lange Nächte auf Plakatierfahrt im nur langsam schwindenden Sonnenschein oder Frühverteilungen an stark frequentierten Bahnstationen zu erinnern. Und doch ist selbst in seicht dahinsäuselnden Weihnachtskantaten immer noch das leise Echo manch überfüllter Bürobesprechung aus der Hochphase des Wahlkampfes im August und September zu erahnen. Auf der Fensterbank liegend, erinnert eine – scheinbar verloren ins triste Wintergrau starrende – Drahtschere an Exkursionen extremster Dringlichkeit an die Plakatierfront. Ihre Rostflecken und sonstigen Spuren allzu enthusiastischsten Gebrauchs lassen den Phantomscherz längst verheilter Wunden durch tückisch im Blattwerk verborgenen Draht wieder aufflammen. Diese Relikte eines ebenso erfüllenden, wie aufzehrenden Wettstreits um die Gunst der Bürger des Wahlkreises Mitte lassen die vergangenen Monate nie vollkommen aus dem Bewusstsein verschwinden und rufen exakt im richtigen Augenblick die passende Anekdote hervor, um drohende Stimmungstiefs aufgrund der allgegenwärtigen regennassen Winterkälte zu vertreiben. Den Rest besorgt auf die letzten Tage vor dem diesjährigen Toresschluss der angeordnete akustische Seelenfrieden auf Knopfdruck, bei dessen unvermeidbarem Genuss jeder weihnachtsaverse Mitarbeiter alle sichtbaren Formen der Skepsis im ureigensten Interesse tunlichst unterbinden sollte.

Langsam ziehen die finalen Stunden des Bürobetriebes 2009 ins spontan vom verspäteten Schnee weiß eingekleidete Kurt-Schumacher-Haus, leeren sich die Korridore und wetzen ein letztes Mal flinke Schuhpaare über den betagten und nach engagierter Intervention der Chefin baldigst zu ersetzenden Büroteppich. Man wünscht sich angenehme Feiertage und entschwindet in den Kreis der zeitweilig zu kurz gekommenen Liebsten – schon bald wird man sich in diesen geradezu symbolischen Räumlichkeiten des dritten Stocks wieder von den besten und schlechtesten Seiten (abhängig von Tageszeit und –form) erleben dürfen. Denn das Jahr 2010 kommt bestimmt.

Von Christian Kammeyer, Mitarbeiter und Plakatierbeauftragter des Büro Kahrs


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