Liebe Leserinnen und Leser,
am 18. März wurde Joachim Gauck zum Bundespräsidenten gewählt. Es ist gut, dass auch Union und FDP inzwischen erkannt haben, dass Gauck der richtige Kandidat ist. Das hätten sie zwar schon vor zwei Jahren sehen können, aber nun bin ich sicher, dass die Bundesversammlung den Mann ins Amt gewählt hat, der das Vertrauen zurückgewinnen wird, das durch Christian Wulff verloren gegangen ist. Gauck wird nicht immer unserer Meinung sein, aber genau das ist es ja auch, was ihn zum richtigen Kandidaten macht: ein unabhängiger, kritischer und offener Geist, der sich nicht instrumentalisieren lässt.
Interfraktionell wurde am 22. März auf Initiative unseres Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier ein Gesetzesentwurf zur Novelle des Transplantationsgesetzes ins Plenum eingebracht. Der Gesetzentwurf hat das Ziel, mehr Organspender zu gewinnen. Deshalb sollen sich alle Bürger regelmäßig mit der Frage ihrer Bereitschaft zur Organspende befassen, möglichst eine Entscheidung treffen und sie dokumentieren.
Durch die gute konjunkturelle Entwicklung sollen die Überschüsse bei den gesetzlichen Krankenkassen und dem Gesundheitsfonds bis 2013 auf 20 Milliarden Euro steigen. Die SPD will, dass die Versicherten etwas davon zurückerhalten. Daher fordert sie, auf die 10 Euro Praxisgebühr pro Quartal zu verzichten.
Letzte Wochen beschäftigte sich der Bundes-tag auch wieder mit der Frage, wie die Euro-Zone künftig gefestigt werden kann. Am letzten Donnerstag fand die erste Debatte zum europäischen Fiskalpakt statt. Für die Ratifizierung ist eine Zweidrittelmehrheit nötig. Die SPD fordert von der Bundesregierung, dass es genug Zeit gibt, um eine ausreichende inhaltliche und rechtliche Prüfung durchführen zu können. Sie erwartet die Festschreibung von Wachstumsimpulsen. Außerdem kämpfen wir weiter für die Einführung einer Finanztransaktionssteuer.
Weitere Themen der letzten Woche waren u.a. der bürgerfreundliche Infrastrukturausbau, das unsägliche Betreuungsgeld, die Überlastung deutscher Hochschulen und mehr Sicherheit in der Kreuzschifffahrt.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
Johannes Kahrs

Den kompletten Bericht aus Berlin gibt es hier als PDF.