Die Vorgänge rund um die Geburtstagsfeier von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann im Bundeskanzleramt werden morgen auch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags beschäftigen, der morgen zu einer Sondersitzung zusammenkommt.

Angela Merkel hätte eigentlich wissen müssen, dass es fragwürdig ist, wenn Herr Ackermann seinen 60. Geburtstag in ihrem Amtssitz feiern kann – noch dazu auf Kosten des Steuerzahlers. Warum einer der reichsten Männer Deutschlands diese nicht selbst begleichen sollte, erschließt sich nicht.

Und selbst wenn: das Bundeskanzleramt ist keine Eventagentur. Es ist Arbeitsstätte des Bundeskanzlers. Natürlich finden dort zahlreiche Empfänge statt. Aber „aus Anlass des Geburtstages“ (Zitat Bundeskanzleramt) eines Bankenchefs? Es erschließt sich dem normalen Verständnis nicht, warum dieser für die Bundesrepublik Deutschland so wichtig ist, dass Steuermittel dafür ausgegeben werden müssen.

Wenn es Frau Merkel so wichtig ist, Herrn Ackermanns Geburtstag zu begehen, hätte sie ja zu seiner privaten Feier kommen können. Ich glaube nicht, dass man sie der Tür verwiesen hätte. Man kann mit Fug und Recht von Frau Merkel eine größere Sensibilität erwarten.

Auch Herr Ackermann, der sich immerhin in der aktuellen Finanzkrise einigermaßen mit Umsicht hervortat, sollte es bewusst sein, wie dieser Vorgang in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Mal eben nonchalant in einer Fernsehsendung darüber zu plaudern, als sei es selbstverständlich, wirkt befremdlich.

Ich bin gespannt, was bei der morgigen Ausschusssitzung herauskommt.

Ihr Johannes Kahrs

Presseecho:

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2 Kommentare

  1. Kaweh Mansoori sagt:

    Viel schlimmer finde ich, dass der sogenannte Bund der Steuerzahler in Funktion seines Geschäftsführers so tut als sei die Kritik an der Privatfete des Bankchefs in der obersten Regierungsbehörde des Landes nicht nachvollziehbar. Wen wundert es, wenn dieser Geschäfsführer Reiner Holznagel früherer CDU-Referent im Landesverband Mecklenburg-Vorpommern ist.
    Wenn ein Dienstwagen von einer SPD-Ministerin zu privaten Zwecken genutzt und ordnungsgemäß abgerechnet wird, dann nennt man das eine Dienstwagen-Affäre. Wie nennt man es denn, wenn das ganze Kanzleramt für eine Privatsause genutzt wird, öffentlich zugegeben dafür Steuergelder verpulvert werden, dazu noch ein vermeintlich überparteilicher Verband wieder BdSt sich zum Schutze der CDU selbst mundtot macht?

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  1. [...] von der „Rheinischen Post“ veröffentlichte Gästeliste des Geburtstagsempfangs von Josef Ackermann wirft hinsichtlich dieses Events zahlreiche Fragen auf. Nicht genug damit, dass man sich fragt, [...]

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