Zuschlag für Sonntagsarbeit

Veröffentlicht am 15. Dezember 2009

3950331902_893c64576a

Es darf nicht sein, dass Steuergeschenke zugunsten von Erben, Unternehmen und Besserverdienenden durch eine massive Belastung von geringen und mittleren Einkommen bezahlt werden. Zum Antrag der SPD-Bundestagsfraktion „Steuerfreiheit der Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit erhalten“ erklärt Johannes Kahrs (SPD), Bundestagsabgeordneter von Hamburg-Mitte und Sprecher des Seeheimer Kreises:
Ich unterstütze den von der SPD in den Bundestag eingebrachten Antrag ausdrücklich. Schon seit langem mache ich mich gegen die Ausweitung der Ladenöffnungszeiten auf den Sonntag stark. Natürlich haben längst nicht alle Arbeitnehmer am Sonntag frei. Über 8,5 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten an zumindest einem Sonntag im Jahr, etliche auch an anderen Feiertagen. Zum größten Teil ist das auch notwendig: Ärzte und Krankenschwestern, Polizisten, Schaffner und andere müssen nun einmal zu jeder Zeit verfügbar sein.
Das heißt natürlich nicht, dass nicht auch Kellnerinnen oder Zugführer von den negativen Folgen der Sonntagsarbeit betroffen sind: auch sie können an diesem Tag ihre Familien kaum sehen und sind selbst von der „allgemeinen Freizeit“ ausgeschlossen. Deswegen ist es nur recht und billig, dass es zum einen besondere Zuschläge für Arbeit an Sonn- und Feiertagen gibt und zum anderen, dass diese Zuschläge steuerfrei sind. Nicht zuletzt, weil die an Sonn- und Feiertagen Arbeitenden meist geringe bis mittlere Einkommen beziehen.
Alles andere hieße: die schwarzgelben Steuergeschenke für Erben, Unternehmen und Besserverdiener müssten von Schichtarbeitern, Krankenschwestern und Polizisten bezahlt werden. Deswegen muss die Bundesregierung, wie im Antrag verlangt, eine deutliche und verbindliche Erklärung abgeben, dass die Steuerfreiheit der Zuschläge nicht angetastet wird.
Für Nachfragen: Johannes Kahrs, MdB (SPD): 0177 250 50 50

Drucksache 17/244: Steuerfreiheit der Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit erhalten

Der Deutsche Bundestag wolle beschließen:
I.Der Deutsche Bundestag stellt fest:
In Wissenschaft und Öffentlichkeit wird gegenwärtig eine Debatte über steuerliche Subventionen geführt. Dabei wird unter anderem die Streichung der Steuerfreiheit der Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit verlangt. Diese Forderung missachtet die zunehmende Ausweitung dieser atypischen Arbeitszeiten. Außerdem richtet sie sich gegen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die unter erschwerten Bedingungen Schicht- und Wochenendarbeit leisten müssen. Diese beteiligen sich mit hoher Leistungsbereitschaft an der Erarbeitung unseres Wohlstands. Die Steuerfreiheit der Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit muss deshalb erhalten bleiben.
Die regelmäßige Evaluierung sämtlicher Subventionstatbestände ist zur Gewährleistung der Effizienz des Steuersystems unerlässlich. Eine moderne Steuerpolitik muss aber verschiedenen Anforderungen gerecht werden. Die Beurteilung der einzelnen Regelungen darf deshalb nicht nur anhand fiskalischer Aspekte erfolgen, sondern muss auch Lenkungsziele und das Erfordernis einer gerechten Lastenteilung berücksichtigen.
Die Steuerfreiheit der Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit berücksichtigt die seit Jahren feststellbare Ausweitung dieser atypischen Arbeitszeiten. Diese unter arbeits- und gesellschaftspolitischen Gesichtspunkten höchst problematische Entwicklung wird sich in den nächsten Jahren nicht umkehren lassen. Schicht-, Nacht- und Wochenendarbeit verlängern die Produktions- bzw. Dienstleistungszeiten und dämpfen besonders im industriellen Bereich die aufgrund steigender Kapitalintensität erhöhten Kosten. Auch die Tertiarisierung der Wirtschaft verstärkt diesen Trend. Immer mehr Dienstleistungen, beispielsweise in den Bereichen Pflege, Sicherheit, Hotel- und Gaststättenbereich und Verkehr werden rund um die Uhr angeboten. Nach den letzten verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2008 (Statistisches Bundesamt, Mikrozensus) sind 19,25 Millionen Menschen von diesen atypischen Formen der Arbeitszeit betroffen. Das sind 59,1 Prozent aller abhängig Erwerbstätigen. 8,52 Millionen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiteten an Sonntagen. Gut 5,13 Millionen arbeiten nachts.
Eine Streichung der Steuerfreiheit der Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit hätte für weite Teile der Beschäftigten empfindliche Einkommenseinbußen von über 2 Mrd. Euro zur Folge. Diese Einbußen werden kaum durch von den Tarifparteien vereinbarte Lohnzuschläge ausgeglichen werden können.
Es ist aber vor allem die von der neuen Koalitionsregierung aus CDU, CSU und FDP verfolgte Steuerpolitik, die der Forderung nach Streichung der Steuerfreiheit der Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit besondere Brisanz verleiht. Bereits in der Vergangenheit haben sich sowohl CDU und CSU als auch die FDP in ihren Programmen für eine Streichung der Steuerfreiheit ausgesprochen. Dagegen hat sich die SPD bisher erfolgreich für ihren Erhalt eingesetzt und dies 2005 zur Vorbedingung für die Aufnahme von Koalitionsverhandlung zur Bildung der großen Koalition gemacht.
Durch die nunmehr von der neuen Koalition auf den Weg gebrachten oder angekündigten Steuersenkungen zugunsten von Spitzenverdienern, Unternehmen und vermögenden Erben wird der ohnehin vorhandene enorme Konsolidierungsbedarf der öffentlichen Haushalte noch weiter gesteigert. Dies erhöht den Druck zu Einsparungen. Bei einer Streichung oder Einschränkung der Steuerfreiheit der Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit würden aber Schichtarbeiter, Krankenschwestern und Polizisten die Steuergeschenke zugunsten der Reichen bezahlen.
II.Der Deutsche Bundestag fordert daher die Bundesregierung auf:

  • auf ungedeckte Steuersenkungen zu verzichten, um den Konsolidierungsbedarf der öffentlichen Haushalte nicht weiter zu erhöhen;
  • zu erklären, dass sie die Steuerfreiheit der Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit nicht antasten wird.
  • bei Einsparungen die ökologischen und sozialen Erfordernisse zu beachten.

Berlin, den 15. Dezember 2009
Frank-Walter Steinmeier und Fraktion

Pressemitteilung Downloaden

SPD nun gegen Internetsperren

Veröffentlicht am 13. Dezember 2009

zensursulaEins am Anfang: Schon vor der Bundestagswahl forderte ich, dass Kinderpornographie direkt gelöscht werden muss und nicht hinter einem Stopp-Schild versteckt werden darf.

Die Entscheidung für das Zugangserschwerungsgesetz in der Großen Koalition zu stimmen, machten sich wohl alle Mitglieder der SPD-Fraktion nicht einfach, doch auch der Politik darf und muss man zugestehen, dass Entscheidungen überdenkt werden dürfen. Daher begrüße ich die Entscheidung meiner Partei, sich nun komplett gegen die Internetsperren auszusprechen. Wie es mein Hamburger Kollege Olaf Scholz sagte:

„Das Gewürge muss ein Ende haben!“

Es darf keine Zensur im Internet stattfinden und wie oft von der CDU behauptet, ist das Internet auch kein rechtsfreier Raum, sondern es gelten dort die Gesetze wie auch in der „realen Welt“. Daher müssen effektivere Wege gegen kinderpornographische Inhalte im Netz gefunden werden, ohne die Freiheit der Netzbewohner einzuschränken oder zu gefährden.

Ich bin froh, dass das Zugangserschwerungsgesetz momentan nicht eingesetzt wird. Die SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag wird sehr genau beobachten, ob die Schwarz-Gelbe Koalition dieses oder ähnliche Pläne weiter verfolgt.

Bei Fragen oder Anregungen können Sie gerne die Kommentarfunktion nutzen, oder mir eine E-Mail schicken.

Bildquelle: Flickr / ksfoto

Bericht aus Berlin – Dezember

Veröffentlicht am 11. Dezember 2009

bundestg-reichstagLiebe Leserinnen und Leser,

die Bundesregierung beginnt ihre Amtszeit mit einer Serie von Negativrekorden: Handlungsunfähigkeit in Rekordzeit, Ministerrücktritt in Rekordzeit, aber auch ein rekordverdächtiges Maß an finanzpolitischer Verantwortungslosigkeit.

In der letzten Woche wurde das „Wachstumsverhinderungsgesetz“ abschließend beraten. Für die SPD ist klar: mit dem Maßnahmenkatalog der Regierung wird eine Wachstumsbeschleunigung nie und nimmer zu erreichen sein. Um unsinnige Klientelgeschenke zu verteilen, werden wichtige Investitionen in die Zukunft aufs Spiel gesetzt. Das alles ist eine Kampfansage an die Gerechtigkeit der Besteuerung und ein Raubzug auf Kosten der Zukunft. Frank-Walter Steinmeier und Sigmar Gabriel haben der Kanzlerin deshalb einen Pakt der wirtschaftlichen Vernunft angeboten. Die zentralen Elemente sind die konsequente Regulierung der Finanzmärkte, wirksame Maßnahmen zur Sicherstellung der Kreditversorgung, vor allem für den Mittelstand, und eine nachhaltige Wachstums und Beschäftigungspolitik. Damit macht die SPD erneut deutlich, dass sie im Gegensatz zur Regierung ein tragfähiges Konzept für die Zukunft unseres Landes hat.

Über diese und andere Themen informiert wie immer ausführlich der Bericht aus Berlin.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen wie immer
Ihr
Johannes Kahrs

FDP blockiert Mindestlohn

Veröffentlicht am 9. Dezember 2009

spd_wuerfelArbeitnehmer- und Arbeitgeberseite sind sich einig: der ruinöse Dumpingwettbewerb in der Abfall- und Entsorgungswirtschaft soll durch eine Mindestlohnregelung beendet werden. Für rund 160 000 Beschäftigte, die zum Teil nur zwischen vier und sechs Euro brutto pro Stunde erhalten, könnte sich etwas ändern. Vorerst passiert aber gar nichts!

Wirtschaftsminister Brüderle (FDP) hat ein Veto dagegen eingelegt.

Dieses Vetorecht hat sich die FDP im Koalitionsvertrag gesichert. Die SPD hat in ihrer Regierungszeit die Voraussetzungen geschaffen, dass es in allen Wirtschaftsbranchen Mindestlöhne geben kann. Durch sozialdemokratische Politik können so bereits über drei Millionen Menschen von Mindestlöhnen profitieren.

Weiterlesen »

Weihnachtsmarkt Oldenburg

Veröffentlicht am 7. Dezember 2009

World Café im KuSchu

Veröffentlicht am 7. Dezember 2009